Sie sind hier: / Chili-Sorten

Chili-Sorten

Chili, Paprika und Co. gehören zu den Nachtschattengewächsen und gehören biologisch gesehen zur Gattung Capsicum. Die Gattung Capsicum besteht aus über 30 Arten, am wichtigsten sind jedoch die 5 domestizierten Arten.

Capsicum annuum
Die Chilis der Art Capsicum annuum werden bis zu 150 cm hoch und wachsen als buschiger Halbstrauch, aber meistens nach oben gestreckt. In der Nähe der Wurzel verholzen die Pflanzen relativ leicht. Die Blätter sind nach vorn zugespitzt, zwischen 5 und 25 cm lang und zwischen 3 und 15 cm breit.
Die Blüten des Capsicum annuum wachsen meistens einzeln aus den Verzweigungen des Stiels, sehr selten sind auch zwei oder drei Blüten in einer Verzweigung zu finden. Meistens ist dies in der ersten Verzweigung der Sprossachse bei den so genannten Königsblüten zu beobachten. Die meistens fünf (aber jedoch auch vier bis sieben) Kronblätter sind meistens weiß, seltener mit violetten Linien oder komplett violett, typisches Merkmal sind die oft bläulichen Staubgefäße und der Kelch mit seinen kurzen (0,5 cm) Zipfeln. Blüten und Früchte hängen meistens nach unten, jedoch gibt es auch Sorten (wie die Wildform Tepin), deren Früchte nach oben wachsen. Botanisch gesehen sind die Früchte Beeren.
Die meisten Sorten dieser Art werden in Kultur fast immer einjährig gehalten. Die Art C. annuum ist die am häufigsten angebaute Sorte bei den Chilis. Zu dieser Art gehören so gut wie alle milden (Gemüsepaprika) oder moderat scharfe Sorten (Peperoni), aber auch die meisten der scharfen und sehr scharfen Chilis. Die in Europa im Supermarkt erhältlichen Chilis sind praktisch immer Capsicum-annuum-Sorten.

Capsicum frutescens
Chilis der Art Capsicum frutescens sind meist kleine Sträucher mit bis zu 2 m Höhe. Sie wachsen zunächst krautig, können im Alter aber auch stark verholzen. Typisch für Capsicum frutescens sind die stets aufrecht an der Pflanze stehenden Blüten und Früchte. Die Blüten stehen zu mehreren in den Verzweigungen der Sprossachse. Der Kelch ist kelch- bis beinahe röhrenförmig, leicht gezähnt und weist keine ringförmige Verdickung am Blütenstielansatz auf, wie sie beispielsweise in Capsicum chinense auftritt. Die Krone ist weiß oder grünlich, die Kronlappen stehen abgespreizt oder umgebogen. Die Staubbeutel sind blau bis violett, selten auch gelb. Der Griffel steht 1,5 mm oder mehr über die Staubbeutel hinaus. Die Früchte reifen meist langsamer als andere kultivierte Arten der Gattung, reife Früchte fallen leicht ab und sind meistens rot gefärbt.

Capsicum baccatum
Die Pflanzen der Art Capsicum baccatum gehören mit zu den größten der Gattung Capsicum. Bereits im ersten Jahr können sie eine Größe von über zwei Metern erreichen und dabei stark verzweigen. Meist wachsen die Pflanzen vorwiegend aufrecht, es gibt jedoch auch Sorten, die als breit gefächerter Busch wachsen. Die Blätter sind dunkelgrün, zwischen 5 und 30 cm lang und bis zu 20 cm breit.
In Kultur haben die Pflanzen jedoch einen relativ späten Blütenansatz, sie sollten also etwas früher ausgesät werden, als beispielsweise Capsicum annuum.
Nach der Befruchtung wachsen die Früchte zunächst aufrecht, beginnen aber sich durch das Gewicht nach unten zu neigen, während sie reifen. Die meisten Früchte reifen nach orange-rot oder gelb ab, aber es existieren auch braun abreifende Varietäten. Die Früchte sind mit 30.000 bis 50.000 Einheiten auf der Scoville-Skala relativ scharf. Die Formen der Früchte sind sehr unterschiedlich. Neben den kleinen runden beerenförmigen Früchten der Wildformen, gibt es länglich-spitze, aber auch runde und abgeflachte Früchte. Die Oberfläche der Früchte kann sowohl glatt als auch zerfurcht sein.

Capsicum chinense
Typischerweise ist eine Pflanze der Art Capsicum chinense zwischen 45 cm und 75 cm hoch, der Spross verzweigt stark und bildet Nebentriebe, was der Pflanze ein breites, buschiges Aussehen verleiht. Die Blätter sind hell- bis dunkelgrün, eiförmig bis lanzettlich eiförmig und erreichen eine Länge von bis zu 10,5 cm. Die Blätter wirken oftmals zerknittert, was durch ein schnelleres Wachstum der Blattfläche im Vergleich zu den Blattadern hervorgerufen wird. Sowohl Blätter als auch Spross sind überwiegend unbehaart, nur selten ist eine kurze, dichte Behaarung zu finden.
Die in den Sprossknoten stehenden Blüten erscheinen meist in Gruppen von drei bis fünf, an schwachen Pflanzen weniger, oft aber auch mehr Blüten. Sie stehen an schräg geneigten, selten aufrechten Blütenstielen, die in der Blühphase relativ kurz und dick sind. Die zwittrigen, fast radiärsymmetrischen Blüten sind meistens fünfzählig. Die grünlich-gelben oder selten reinweißen Kronblätter sind 0,5 bis 1 cm lang, sie weisen keine Flecken am Rand auf. Die Blütenlappen sind nicht spreizend, weisen normalerweise deutlich sichtbare geschwungene Falten auf, oder sind manchmal auch langgestreckt ohne Falten. Die Staubgefäße sind in fast allen Fällen blau-violett, es kommen jedoch auch Varietäten mit gelben Staubgefäßen vor. Der Kelch ist kaum gezähnt und hat eine ringförmige Verdickung am Blütenstiel.
Die große Variabilität der Art ist unter anderem auch an den vielfältigen Früchten zu erkennen. Während Wildformen meist kleine, runde und glatte Früchte wie andere wilde Capsicum besitzen, sind die Früchte der meisten Zuchtformen faltig geformt, nur selten haben sie die klassische langgezogen-spitze Chiliform. Die Länge der Früchte variiert zwischen 1 und 12 cm. Die bekannteste Fruchtform ist die Habaneroform, deren Spitze abgeflacht oder eingesenkt ist und leicht länger als breit ist. Andere Fruchtformen sind die flacheren Scotch-Bonnet-förmigen Früchte, laternenförmig spitze oder auch längliche Früchte. Unreife Früchte können hell- bis dunkelgrün sein, die Farbe der reifen Früchte reicht von blassem Gelb, Orange, Lachsfarben über leuchtendes Rot bis zu einem dunklen Schokoladenbraun. Die Samen haben meistens einen welligen Rand, nur selten ist er glatt.

Capsicum pubescens
Wie alle anderen Arten der Gattung Capsicum wachsen auch die Pflanzen der Art Capsicum pubescens als Halbstrauch, gelegentlich sind es auch kletternde Pflanzen. Die bis zu vier Meter hohen Pflanzen verholzen relativ schnell und werden bis zu 15 Jahre alt, wodurch sie vor allem im Alter ein beinahe baumartiges Aussehen erhalten. Nachdem zunächst ein Trieb ausgebildet wird, verzweigt sich dieser in einer Höhe von etwa 30 cm zum ersten Mal und bildet im Laufe des Wachstums durch weitere Teilung ein buschiges Erscheinungsbild. Später treiben auch weitere Triebe aus den Blattachseln aus. Einige Sorten weisen violette Verfärbungen an den Verzweigungen auf, wie sie auch bei anderen Capsicum-Arten zu beobachten sind. Die Laubblätter besitzen einen 5 bis 12 mm langen Blattstiel und eine eiförmige Blattspreite, die 5 bis 12 cm lang, 2,5 bis 4 cm breit, an der Spitze spitz zulaufend und an der Basis keilförmig ist.
Neben dem im Vergleich zu anderen Paprikas relativ hohen Alter unterscheidet sich Capsicum pubescens auch in vielen anderen Merkmalen sehr stark von verwandten Arten. Am auffälligsten ist die namensgebende Behaarung, die an Blättern, Stängeln und teilweise an den Kelchblättern der Blüten zu finden ist.
Aus den Blüten entwickeln sich nach der Befruchtung in zirka 90 Tagen reife Früchte. Die Früchte sind 5 bis 8 cm breit und 7 bis 9 cm lang, die Form variiert sehr stark. So gibt es sowohl Sorten, deren Früchte drei mal so lang wie breit sind, aber auch Früchte, die 1,5 mal so breit wie lang sind, kommen vor.

Quelle: Wikipedia